Bild 1: © Miha Fras, 2019
Bild 2: © Miha Fras, 2019
Bild 3: © Miha Fras, 2019
Bild 4: © Matej Vidmar, 2020
Bild 5: © Matej Vidmar, 2020
Bild 6: © Miha Tursic, 2017

Reading Lips & Skotopoiesis Špela Petrič

In meiner Kunst verbinde ich Naturwissenschaft, neue Medien und Performance. Meine Werke können als experimentelle Erkundung von neuen, merkwürdigen Beziehungen verschiedener Akteure des Anthropozäns gesehen werden. Pflanzen sind für mich Vorbild und Partner, interdisziplinäre Zusammenarbeit meine Methode. Ich interessiere mich für die Bedingungen, die die nicht-hierarchische Seinsweise digital und materiell verbundener Körper des sogenannten “Vegetariats” bilden.

 

Institute for Inconspicuous Languages: Reading Lips
Installation (Tisch, Tradescantia, 4 Lampen, Raspberry Pi, 3 Bildschirme, Mikroskop mit Kamera und Licht), 2018

In der Installation Reading Lips inszeniert die Künstlerin eine Laborsituation des Institute for Inconspicuous Languages (Institut für unscheinbare Sprachen) in welcher der Wissenschaft in einer nahen Zukunft der erste sinnvolle Austausch zwischen Pflanze und Mensch gelungen ist, den man als Gespräch bezeichnen könnte. Die (fiktive) Geschichte dahinter: „Dieses Experiment erforderte von beiden Seiten außergewöhnliche Geduld und Hingabe, denn erst nach 18 Jahren lernten die Tradescantia-Pflanze und die menschlichen Forscher:innen, die Zeichen des anderen zu verstehen. Am Institut für unscheinbare Sprachen sind wir nun in der Lage, weitere langwierige Experimente zu umgehen und mit Hilfe natürlicher und künstlicher Intelligenz die Psyche der Pflanze zu begreifen, indem wir sorgfältig ihre Lippen lesen – die Tausenden von mikroskopisch kleinen, „winzigen Mündern“ (Spaltöffnungen, Stomata), die unter jedem Blatt gesprenkelt sind und durch die die Pflanze atmet.“

 

Confronting Vegetal Otherness: Skotopoiesis
Videoinstallation, 20 Stunden, 2017

Skotopoiesis (von Dunkelheit geformt) aus der Reihe Confronting Vegetal Otherness (Konfrontation mit pflanzlicher Andersartigkeit) hat „artenübergreifende Begegnungen“ zum Thema. In dieser Langzeit-Performance steht die Künstlerin 20 Stunden lang in einem dunklen Raum vor einem beleuchteten Feld von ungefähr vierhunderttausend keimenden Kresse-Pflänzchen; ihr Körper wirft einen schrägen, scharf umrissenen Schatten auf das Feld. Im Laufe des langsamen Prozesses werden die Pflanzen vom Schattenwurf affiziert und in ihrer Entwicklung behindert (Vergeilung); als Folge verblasst die Kresse, gleichzeitig verlängern sich die Keimlinge am Schattenrand. Während der Körper der Künstlerin auf dem Kressefeld schrumpft, dehnen sich die Pflanzen aus. Während die Künstlerin stundenlang still steht, ist die Pflanze konstant aktiv.

Špela Petrič

Künstlerin und Biologin, lebt und arbeitet in Ljubljana und Amsterdam

Mehr über Špela Petrič

Galerie im Alten Wiehrebahnhof

Urachstraße 40
79102 Freiburg

Öffnungszeiten:

Mo, Di, Do, Fr, So 16 – 23 Uhr
Mi, 13.30 – 23 Uhr
Sa 8 – 23 Uhr

Corona-Etikette: Bitte tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz und achten Sie auf die vorgeschriebenen 1,5 Meter Abstand.